Screen-Peas
klein - grün - satirisch
ein Umweltmagazin

Nr.12
Stand:14.04.1997

Die nächste Ausgabe
erscheint am 12.05.1997


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Wann kommt die Müllabfuhr?
von Lullus Oekelmann

Früher kam einmal in der Woche die Müllabfuhr und leerte alle Tonnen. Aber jetzt haben wir ein umweltfreundliches System und bekommen jedes Jahr eine schöne Abfallfibel, da stehen die Abholtermine drin, für Bioabfall, Grünpunktmüll, Altpapier, Restmüll, Sperrmüll (normal oder elektronisch), für die verschiedenfarbigen Tonnen, für alle Dörfer und Straßenbezirke unseres Kreises, für Normalwochen und Feiertagswochen. Das sind umfangreiche Tabellen - ganz exakt organisiert.
Für uns als Müllerzeuger, -Sammler und -Bereitsteller erhebt sich nun immer wieder die Frage: Wann kommt denn im konkreten Einzelfall jeweils die Müllabfuhr? Zur Ermittlung des Abholtermins haben sich nach meiner Beobachtung verschiedene Methoden herausgebildet. Also ich persönlich wende die analytische Methode an, das heißt, ich studiere die Termin-Tabellen in der Abfallfibel und ermittele den jeweiligen Zeitpunkt der Müllabholung und errechne daraus den Zeitpunkt der Müllbereitstellung und erreiche damit eine hohe Trefferquote.
Meine Frau dagegen wendet eine ganz andere Methode an, sozusagen eine empirische: Sie kuckt einfach, ob irgendein Nachbar Müll an die Straße stellt, und tut es dann auch.
Es gibt aber anscheinend noch eine dritte Methode, die aber schwerer zu beschreiben ist. Ich vermute, daß sie etwas mit den Mondzyklen zu tun hat, aber es kann sein, daß auch die wöchentlichen Lottozahlen mithineinspielen. Diese gewissermassen apokalytisch zu nennende Methode wird offensichtlich von einigen Nachbarn benutzt, nach denen sich dann wiederum meine Frau richtet. Diese Methode hat allerdings den Nachteil, daß die Müllabfuhr sich meistens nicht daran hält, so daß ein längeres Zeitintervall zwischen der Bereitstellung des Mülls an der Straße und seiner Abholung entsteht - und solange ziert der Müll eben die Ränder unserer sonst so gepflegten Wohnstraße. In der Praxis sieht das so aus, daß eigentlich jeden Tag irgendeine Müllart dort lagert, und der Abfall mehr oder weniger zum festen Bestandteil des Straßenbildes geworden ist - abwechselnd in Tonnen, Säcken, Stapeln und Bündeln (und gelegentlich lose umherflatternd, wenn es jemand nicht sorgfältig genug verschnürt hat).
Nun ist es ja klar, daß Umweltschutz nicht zum Nulltarif zu haben ist. Deshalb sind die Müllgebühren ja auch erheblich gestiegen, seit wir die neue Abfallorganisation haben. Warum muß aber dazu noch ein so hoher ästhetischer Preis gezahlt werden?

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