Screen-Peas
klein - grün - satirisch
ein Umweltmagazin

Nr. 18
Stand: 20.12.1997


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Murphys Gesetz enträtselt
von Lullus Oekelmann

Murphy's Gesetz: Wenn etwas schiefgehen
kann, dann wird es auch schiefgehen.*


Es ist unbestreitbar, daß ein enger Zusammenhang besteht zwischen menschlicher Intelligenz und menschlichem Umweltbewußtsein. Je stärker ausgeprägt das eine ist, umso mehr auch das andere. Das sieht man zum Beispiel an mir: Ich mache mir große Sorgen um die Umwelt, und meine Intelligenz ist (in aller Unbescheidenheit) eine solche, daß ich ohne große Schwierigkeiten einen Antrag für eine BahnCard ausfüllen kann oder die Gebrauchsanweisung einer Küchenmaschine verstehe. Das Gegenbeispiel wäre beispielsweise ein entfernter Bekannter, namens Hodie (die Abkürzung von Horst-Dieter). Sein Umweltbewußtsein äußert sich in solchen Feststellungen wie: "Arbeitsplätze sind jetzt wichtiger" und "Umweltschutz ist zu teuer für die Wirtschaft" und "Ohne Wachstum geht es nicht!" - also offensichtlich der alleruntersten Stufe menschlicher Existenz zuzuordnen. Für sein Intelligenzniveau ist bezeichnend, daß er "Agenda 21" für einen Straßennamen mit Hausnummer hält.

Nun habe ich ferner die Beobachtung gemacht, daß die Opfer von Murphy's Gesetz vorwiegend Murphys Gesetz intelligentere Menschen sind. Nehmen wir wieder ein Beispiel aus meiner Praxis: Wenn ich meinen Computer aufschraube, um etwa eine Erweiterungskarte zu installieren, dann fällt zum Schluß, nachdem alles eingesetzt und eingestellt ist und die Kabel wieder ordentlich liegen, die Befestigungsschraube für die Erweiterungskarte in das Gehäuse hinein und bleibt in einem unzugänglichen Winkel liegen (so daß ich alles wieder ausbauen muß, um die unglückselige Schraube herausnehmen zu können). Bei unserem Gegenbeispiel, dem entfernten Bekannten Hodie, passiert sowas natürlich nicht, weil er erstens gar keinen Computer besitzt, und zweitens wenn er einen hätte, auch nicht wüßte, wie und wo man ihn aufmacht und wozu.

Der Philosoph Lucius Garvin sagt: "Der Mensch ist das Wesen, für das es natürlich ist, künstlich zu sein". Die entscheidende Eigenschaft, die uns Menschen zu solchen künstlichen Wesen macht, ist Intelligenz. Diese Eigenschaft versetzt uns in die Lage, die natürliche Umwelt zu verändern und zumindest teilweise selbst in "künstlicher" Weise zu gestalten. Daraus folgt: Je intelligenter ein Mensch ist, umso künstlicher wird seine Umwelt also ausfallen. Und damit verbunden ist gleichzeitig eine höhere Anfälligkeit für Murphy's Gesetzmäßigkeiten.

Für mich wird dadurch ganz deutlich: Dahinter steckt nichts anderes als die feindselige Reaktion der natürlichen Umwelt auf die künstlichen Veränderungen durch uns Menschen. Das sind im Kleinen die ständigen Schikanen, wie etwa mein Schuhband, das sich verknotet, oder daß etwas Gesuchtes immer dort ist, wo ich zuletzt nachsehe, oder eben Schrauben, die in Computergehäuse fallen, und das sind im Größeren die Umweltkatastrophen wie etwa Waldsterben und Klimaveränderung. Meine These lautet also: Die Umwelt hat die Tendenz, menschliche Aktivitäten umso mehr zu sabotieren, je "künstlicher" und von der natürlichen Umwelt entfernter sie sind. Fortsetzung neue Seite


* Original-Fassung: If there are two or more ways to do something and one of those ways can result in a catastrophe, then someone will do it.

Erstellt: 20.12.97

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