Screen-Peas Erstellt:
17.03.1997


Fortsetzung von der Titelseite:

Die große Steuerreform
Erbsel: Na, auf alle Spitzen eben. Spitzengeschwindigkeiten zum Beispiel, oder Spitzenverbräuche, oder auch Spitzengespräche....so'ne Art Elefantensteuer eben.
Erbssi: Prima, das ist ja besser als jede Unöko-Steuer - das führt doch auf jeden Fall zu vorsichtigem Umgang mit Ressourcen - und gleichzeitig fördert es die Solidarität und das Soziale.
Erbsel: Ob für die Steuererhebung dann wohl separate Spitzen- Eingänge eingeführt werden? Dann kann jeder selbst entscheiden, ob er zur Spitze gehören will oder nicht - wer bescheiden ist und Steuern sparen möchte, geht eben durch die normalen Eingänge.
Erbssi: Es müßte natürlich auch ein Existenzminimum an Eingängen geben - so etwa ein Eingang täglich pro Person steuerfrei, für einen Gang zum Bäcker oder ähnliches.
Erbsel: Aber die Ausnahmen müssen im Interesse der Steuervereinfachung gering gehalten werden. Steuerbefreiungen für Kircheneingänge oder ermäßigte Steuersätze für landwirtschaftliche Eingänge kommen nicht infrage!
Erbssi: Werden die Gewerkschaften nicht doch Abschläge für Nachts- und Sonntagseingänge verlangen?
Erbsel: Keine Ausnahmen! Höchstens - das ist ja klar - für die Parlamentseingänge.
Erbssi: Ein Problem ist sicher, den Mißbrauch zu verhindern. Es wird doch immer Leute geben, die sich durch den Ausgang in den Supermarkt schleichen werden, um den Eingang zu umgehen.
Erbsel: Der steuerliche Begriff des Eingangs muß natürlich weit genug gefaßt werden, etwa so: Als Eingang gilt alles, wo jemand reinkommen kann. Und das wird genau kontrolliert!
Erbssi: Spitze! Eine so umfassende Steuerreform hätten wir unserer Regierung gar nicht zugetraut.
Erbsel: Irgendwie sind die gegenwärtigen Steuerlöcher eben neuartige Eingänge in eine bessere Steuerzukunft!
Erbssi: Oder der geheime Eingang zu einem Spitzen-Abgang?

Erstellt: Lübbert Kok, 17.03.1997